Ein paar Gedanken zu Ostern

Die letzten 24 Stunden, waren eine komische Zeit für die Jünger.

3 Jahre lang waren sie mit Jesus unterwegs, haben gesehen wie er Kranke geheilt, auf Missstände hingewiesen und Stürme gestillt hat.

Und dann der Schock: Jesus wird gefangen genommen, verurteilt und hingerichtet. Der Messias auf den sie all ihre Hoffnung gesetzt hatten, dem sie ihr ganzes Leben hingegeben haben ist tot.

Immer wieder hatte Jesus zwar davon gesprochen, dass er sterben wird. Aber auch, dass er den Tod besiegen wird.

Aber jetzt wo er nicht mehr unter ihnen ist, machen sich langsam Zweifel in den Herzen der Jüngern breit. Eine komische Situation, zum einen wollen sie darauf vertrauen, dass Jesus recht hatte und er den Tod besiegt. Auf der anderen Seite ist jemand der von den Toten zurück ins Leben kommt doch schon etwas abgedreht.

Die Jünger hängen in einer komischen Zwischenzeit fest. Auf der einen Seite die Trauer über den Tod von Jesus und vielleicht auch Enttäuschung darüber, dass er nicht siegreich war. Dass er scheinbar alles mit sich hat machen lassen ohne sich zu wehren.

Und auf der anderen Seite, diese klitzekleine Hoffnung. Die Hoffnung darauf, dass es doch noch nicht vorbei ist. Dass Jesus als Sieger aus diesen letzten Tagen hervorgehen wird. Dass er sie nicht im Stich lassen wird. Dass er treu zu seinem Wort steht, so wie sie es die letzten Jahre immer wieder erlebt haben!

In den letzten Wochen musste ich so oft an die Jünger denken, wie es ihnen wohl ergangen ist am Tag nach Karfreitag. Wie sie mit dieser Zerrissenheit umgegangen sind. Ob sie aufgegeben und den Kopf in den Sand gesteckt haben oder ob sie voller Hoffnung und Zuversicht in die Zukunft geblickt haben. Wahrscheinlich eine Mischung aus beidem.

Und so ähnlich fühle ich mich in den letzten Tagen auch immer wieder. Auf der einen Seite überkommt mich immer wieder diese Ohnmacht gegenüber dem was in der Welt gerade abgeht, wie viele Menschen sterben, dass ich meine Familie und Freunde nur virtuell treffen kann.

Und ich denke manchmal: Wann wache ich endlich auf aus diesem komischen Traum? Mein Wunsch wieder zurück zur Normalität in meinem Herzen ist groß.

Und auf der anderen Seite schleicht sich immer wieder Hoffnung in mein Herz. Die Hoffnung dass Jesus auch aus dieser Zeit als Sieger hervorgehen wird. Das Wissen, dass er den Tod besiegt hat und dass er gutes für jeden von uns bereit hält.

Und direkt in den ersten Tagen im Homeoffice bin ich über die Verse aus Lukas 24 gestolpert:

Und während sie (die Jünger) noch sprachen, stand Jesus plötzlich selbst mitten unter ihnen und sagte: „Friede sei mit euch“.

Was für eine Zusage: Gottes Friede ist mit euch! Gottes Friede ist mit uns! Gottes Friede ist mit dir und mit mir!
Und die ganzen Sorgen in meinem Kopf werden im Angesicht dessen ein bisschen kleiner. Auch wenn alles unbeständig scheint, wenn nichts von heute morgen noch gilt, ist eines sicher und von Ewigkeit: Gottes Friede. Und dass ist mein Osterwunsch und mein Gebet für dich: Dass Gottes Friede in dein Herz einzieht!

By |2020-05-20T09:07:39+00:009. April 2020|Allgemein, CVJM|